Grundlagen

Das Altersvorsorgedepot ab 2027 -
verständlich erklärt

Ab 2027 fördert der Staat die private Vorsorge neu: direkt am Kapitalmarkt und mit einem Zuschuss auf jeden geförderten Euro. Im Folgenden erfährst du, was ein Altersvorsorgedepot ist, wie die Förderung funktioniert und worauf du zum Start achten solltest.
5 Min Lesezeit Stand: 27.03.2026
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Kurz gesagt

  • Das Altersvorsorgedepot ist eine neue, staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge - geplant ab 1. Januar 2027.
  • Du investierst kapitalmarktnah, beispielsweise in ETFs und Fonds. Für jeden selbst eingezahlten Euro bis maximal 1.800 € Eigenbeitrag gibt der Staat Geld dazu.
  • Hast du Kinder? Dann bekommt ein Elternteil noch einen Zuschuss: Für jeden Euro bis zum Höchstbetrag von 300 Euro legt der Staat einen Euro obendrauf.
  • Während der Ansparphase bleibt das angesparte Vermögen steuerlich unberührt. Erst im Rentenalter werden Auszahlungen versteuert.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein neuer Ansatz, mit dem der Staat dich ab 2027 beim Sparen fürs Alter unterstützt.
Die Idee dahinter ist einfach: Anstelle von Garantiezinsen setzt das Depot auf den Kapitalmarkt, also auf die Renditechancen von ETFs, Fonds und Wertpapieren über viele Jahre hinweg. Damit sich das lohnt, gibt der Staat etwas dazu.

Damit reagiert die Politik auf eine einfache Tatsache: Die gesetzliche Rente allein reicht den meisten Menschen nicht aus, um ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. Private Vorsorge soll diese Lücke schließen – und das künftig moderner, flexibler und transparenter als die bisherigen Modelle.

Wichtig: Niemand muss umsteigen. Bestehende Verträge laufen weiter, das Altersvorsorgedepot ist ein freiwilliges Angebot.

So funktioniert die Förderung

Das Herzstück sind die staatlichen Zuschüsse. Diese werden in zwei Stufen gewährt, was das Depot auch mit kleinen Sparraten attraktiv macht.

  • 50 % Förderung für die ersten 360 €: Der Staat legt auf jeden eingezahlten Euro 50 Cent drauf, maximal also 180 € jährlich.
  • 25 % Förderung für die nächsten 1.440 €: Für jeden Euro zahlt der Staat zusätzlich 25 Cent.
  • Kinderzulage: Für jedes kindergeldberechtigte Kind erhält ein Elternteil für jeden eigenen Spar-Euro einen staatlichen Euro dazu, maximal 300 €.

Besonders attraktiv bei kleinen Sparraten

Je niedriger der Eigenbeitrag ausfällt, desto stärker fällt die staatliche Förderung im Verhältnis dazu ins Gewicht. Es ist also wichtiger, früh zu starten als viel einzuzahlen.

Ganz vereinfacht gesagt: Wenn du in der ersten Förderstufe über ein Jahr hinweg Geld zurücklegst, wird durch die Grundförderung rechnerisch das Anderthalbfache daraus, bevor überhaupt ein Cent am Kapitalmarkt gearbeitet hat. Was am Ende tatsächlich herauskommt, hängt von deinen Beiträgen, der Laufzeit und der Marktentwicklung ab – und die lässt sich nicht vorhersagen.

Zusammengefasst:

Förderstufe Eigenbeitrag Staatlicher Zuschuss
Grundförderung (50 %) erste 360 € pro Jahr 50 Cent je Euro - bis zu 180 €
Zusatzförderung (25 %) nächste 1.440 € pro Jahr 25 Cent je Euro - bis zu 360 €
Kinderzulage je eigener Spar-Euro, je Kind 1 € je Euro - bis zu 300 € je Kind

Was passiert steuerlich?

Das Altersvorsorgedepot folgt dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das klingt sperrig, ist für dich aber gut: In der Ansparphase bleiben deine Erträge – also Kursgewinne – unangetastet und können weiterwachsen. Erst wenn du im Alter Geld aus dem Depot entnimmst, fallen Steuern an.


Der Vorteil: Im Ruhestand ist dein persönlicher Steuersatz oft niedriger als in den Jahren mit vollem Erwerbseinkommen. Wie sich das konkret auswirkt, hängt jedoch von deiner individuellen Situation ab. Das ist ein klassischer Fall für ein Steuerberatungsgespräch und nicht für eine pauschale Faustregel.

Wie wird später ausgezahlt?

Das Altersvorsorgedepot ist für das langfristige Anlegen vorgesehen. Die Auszahlung erfolgt im Ruhestand. Geplant ist ein flexibler Zugriff ab dem gesetzlich vorgesehenen Renteneintrittsalter. Ab diesem Zeitpunkt wird das angesparte Kapital in monatlichen Raten ausgezahlt. Die Auszahlung soll bis mindestens zum Alter von 85 Jahren erfolgen. Zusätzlich ist geplant, zu Beginn der Auszahlungsphase bis zu 30 Prozent des Kapitals als Einmalzahlung zu entnehmen. Die restlichen 70 Prozent werden dann als monatliche Rente ausgezahlt.

Die genaue Ausgestaltung der Auszahlphase wird im laufenden Verfahren festgelegt. Sobald die Details final sind, werden sie hier auf der Webseite transparent aufbereitet.

Und dein bestehender Vertrag?

Wenn du bereits einen Riester- oder einen anderen Vorsorgevertrag hast, musst du nichts überstürzen. Bestehende Verträge genießen Bestandsschutz und laufen wie gewohnt weiter. Ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot ist möglich, aber freiwillig und sollte nie übereilt erfolgen.

Wichtig

Kündige einen laufenden Vertrag nicht vorschnell, nur weil es etwas Neues gibt. Rechne erst und entscheide dann. Am besten mit einem klaren Blick auf beide Varianten.

Für wen ist das Altersvorsorgedepot interessant?

Das Altersvorsorgedepot richtet sich bewusst an eine breite Zielgruppe:

  • Wenn du noch am Anfang stehst und mit kleinen Beträgen den größten Förderhebel mitnehmen willst;
  • Wenn du eine Familie hast und dir die Kinderzulagen sichern möchtest;
  • Wenn du selbstständig bist und keine automatische Vorsorge über einen Arbeitgeber hast;
  • Wenn du mit deinem bisherigen Riester unzufrieden bist und wissen willst, was die Alternative bietet.

So könnte sich deine Altersvorsorge entwickeln.

Erfahre, wie sich eigene Einzahlungen, staatliche Förderung und mögliche Wertentwicklungen bis zu Ihrem Rentenbeginn im neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 auswirken könnten.

    Hinweise & Haftungsausschluss

    Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben zum Altersvorsorgedepot beruhen auf dem Altersvorsorgereformgesetz (Stand 27.03.2026) und können sich im weiteren Gesetzgebungs- und Zertifizierungsverfahren noch ändern. Kapitalmarktbasierte Vorsorge unterliegt Wertschwankungen; ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Beispiele beruhen auf stark vereinfachten Annahmen und sind weder Garantie noch Prognose. Die steuerliche Wirkung hängt von deiner persönlichen Situation ab und kann sich künftig ändern.